Sommerferien zu Hause

Ich geniesse den „skandinavischen Sommer“, den unser dieser Juli beschert, mit Ferien zu Hause. Das sollte man öfter machen – es ist wunderbar! Zeit für ausgedehnte Touren durch Brockenhäuser, die einem tolle Funde einbringen wie diese 42 Jahre alte Single der Minstrels, mit zwei Liedern für den WWF drauf:

(Und das Staunen über die Preise in den Zürcher Brockenhäusern – das Doppelte bis Fünffache dessen, was wir uns vom Glarnerland her gewöhnt sind.)

Oder langsame Bummel durch Stadt-Quartiere, die man sonst nur per Bus durchsaust, und die kleine Nettigkeiten wie diese hier zu bieten haben:

Und natürlich, dem Wetter zum Trotz oder vielleicht auch etwas abgehärtet durch Ferien im Norden – immer wieder See. Schwimmen kann man auch im Regen, Grillieren auch, und notfalls basteln wir uns die Sonne einfach selber.

 

Studienreise von Fusionsgemeinde zu Fusionsgemeinde

Letzte Woche verbrachte das Büro des Parlaments Glarus Nord, dessen Vizepräsidentin ich bin, zwei Tage im Val de Travers auf Studienreise. Wir besuchten eine Parlamentssitzung – die letzte der Legislatur – und fast alle Sehens- und Drinkwürdigkeiten des Tals. Die grüne Fee haben wir ganz knapp nicht gesehen, es heisst, man sähe sie erst ab dem 11. Glas…

Val de Travers ist eine fusionierte Grossgemeinde aus 9 ehemaligen Kleingemeinden. Die Fusion hat ähnliche Dimensionen wie unsere in Glarus Nord und fand zwei Jahre vorher statt. Auch das Wappen ähnelt demjenigen von Glarus Nord – und das gab vor fast einem Jahr den Ausschlag, dass ich dem Büro vorschlug, mit Val de Travers Kontakt aufzunehmen. Die Diskussion mit den Gemeinderäten (nix -Innen…) und beim Nachtessen auch mit den ParlementarierInnen brachte Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu Tage, die Stoff für Überlegungen bieten. Ich wusste z.B. nicht, dass es Gemeinden gibt, die die Gemeinderäte nicht in Volkswahl direkt wählen, sondern durch das Parlament. Das hat durchaus seine Vorteile! Und ein paar Auswirkungen, die uns im Vorfeld irritierten, nun aber klar sind: Der Gemeinderat führt im Auftrag des Parlaments die Geschäfte der Gemeinde, und somit ist es der Gemeinderat, der uns eingeladen hat. Für uns war das zuerst die falsche Ebene – aber aus der Realität der Gemeinde Val de Travers heraus logisch. Auch sind die Gemeinderäte Vollzeit angestellt, und nicht wie bei uns 20-30%. Dafür sind sie operativ stärker aktiv, sie sind gleichzeitig auch als Bereichsleiter tätig. Es war auch spannend zuzuhören, wie die Diskussionskultur in einem anderen Parlament aussieht.

Wir wurden insgesamt sehr herzlich empfangen und bewirtet, die Zeitung berichtete im Voraus über unseren Besuch. Das hatte zur Folge, dass ein sehr netter alter Herr, Zweifel mit Namen und aus Linthal stammend, an die Parlementssitzung kam um uns zu begrüssen. Er ist seit 62 Jahren im Val de Travers wohnhaft.

Der Status von offiziellen Gästen hat auch zur Folge, dass man Zutritt zu exklusiven Lokalitäten oder Produkten bekommt. Unser Besuch begann im L.U.C.eum in Fleurier, das ist das Privat-Museum der Besitzerfamilie von Chopard. Ich werde mir nie im Leben eine Chopard-Uhr leisten können, aber das Museum ist fantastisch, und nicht öffentlich – normalerweise nur für gute Kunden zugänglich. Das Museum zeigt Meilensteine der Uhrmacherei, und mir hatten es zwei Exponate besonders angetan, einerseits natürlich eine Drehbank:

Und andererseit eine Dezimalzeit-Uhr von Berthoud aus der Zeit der Französischen Revolution:

Nachdem es am Abend relativ spät wurde – dank des offiziellen 2012er-Absinths* der Gemeinde war das Durchhalten nicht besonders schwierig – war der zweite Tag nicht ganz einfach zu meistern ;-). Dennoch war das Val-de-Travers-„Pflichtprogramm“ wunderbar: Asphaltmine, Distillerie-Besuch, Creux du Van – alles war dabei. Es ist ein Glück, dass das unselige Absinth-Verbot aufgehoben wurde. Seither hat die Qualität und Vielfalt dieser gesunden Gebräue – zwei Nobelpreisträger hat das Val de Travers, NUR wegen des Absinths! ;-) – zugenommen. Unter dem Verbot waren die Flaschenetiketten jedoch sehr poetisch!

Am Sonntag waren dann Wahlen. Entsprechend aufgeregt waren unsere Gastgeber. Leider haben die socialistes nicht zugelegt – aber immerhin auch nicht verloren. Gewonnen haben die POP und die Grünen, und ein kleines bisschen die SVP – alle auf Kosten der mit einem Sitz Vorsprung auf die SP immer noch sitzstärksten FDP. Der GEmeinderat wird in der Zusammensetzung also nicht wesentlich verändert, der Fortsetzung der diplomatischen Beziehungen sollte nichts im Weg stehen.

 

* dieser wird jeweils am 24. Februar gekürt, dem Geburtstag der Abstimmung über die Einheitsgemeinde, im Rahmen eines Gemeindefestes, zu deren Programm eine symbolische „Landsgemeinde“ gehört.

Choice overload – Nachhaltigkeit als Lebenshilfe

Wir leben in einer Zeit mit zu viel Auswahl. Jeden Tag müssen wir unzählige Entscheidungen treffen.  Es sind nicht mehr Eltern, das Dorf, die Religionsgemeinschaft, die Tradition etc., die einem viele Entscheidungen abnehmen, wir müssen es selber tun. Und damit nicht genug: Wir müssen uns auch bei jeder Entscheidung zwischen immer mehr Optionen entscheiden. Wir können alles haben, überall, jederzeit.

Dies führt bei vielen Menschen zu Überforderung. „Choice overload“, ist das Stichwort. Choice overload erschöpft, lähmt, macht unglücklich. Man kann dem begegnen, in dem man sich bewusst zu machen versucht, was für ein Entscheidungstyp man selber ist und gegebenenfalls seine Heuristiken (d.h. Entscheidungsregeln) bewusst anpasst. Ein paar interessante Anregungen dazu gab letztes Wochenende die Radio-Sendung Input auf DRS3, nachzuhören hier.

Eine wichtige Erkenntins aus der Neuropsychologie habe ich mir herausgepickt: Die Entscheidung fällt leichter, wenn man sich nur zwischen zwei Optionen entscheiden kann. Also kann man anhand einer persönlichen Kriterienliste vorgehen, und die Optionen sortieren nach „Kriterium erfüllt – Kriterium nicht erfüllt“. Kriterium für Kriterium reduzieren sich so die Optionen, über die man überhaupt noch nachdenken muss. Natürlich ist dabei matchentscheidend, Kriterien zu definieren, die nicht für jede Entscheidung neu gefunden werden müssen, sonst ist man gleich weit wie vorher!

Unsere grosse Wahlfreiheit ist die Folge einer grossen Ungerechtigkeit. Nicht alle Menschen haben überhaupt eine Wahl. Noch nie und nirgends sonst haben die Menschen so viel Auswahl wie wir heute, Anfang des 21. Jahrhunderts, wie wir  hier, in den reichen Ländern dieser Welt. Ein erstes Kriterium für eine neue Heuristik könnte also sein: Ist meine Entscheidung, meine Wahl nachhaltig, sowohl sozial wie ökologisch?

In diesem Sinne könnte man nachhaltige Handlungsempfehlungen als Lebenshilfe verstehen, als eine griffige Erst-Heuristik im Zuviel der Wahlmöglichkeiten.

25.2.12: Becher

Gestern noch Abfall – heute ein Becher mit einem Fassungsvermögen von einem Deziliter.
Er ist zu dickwandig, hat Kerben, weil mir halt die Messer ab und zu ausrutschen – aber ich habe es zum ersten Mal ganz ohne Hilfe geschafft, einen Becher zu drehen.
Den nächsten versuche ich dünnwandiger hinzubekommen.

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18.1.12

In der Morgendämmerung haben die Berge eine seltsam unwirkliche Farbe. Obwohl sie kalt wirken, vermitteln mir Fronalpstock, Glärnisch und Wiggis ein Gefühl von Geborgenheit, wie sie so mytisch blau um mich herumstehen.

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15.1.12

Merke: Nicht in weissen Mädchenschlittschuhen Hockey spielen. Nie, nie, nie wieder! Stürze sind da nämlich vorprogrammiert. Mein armes Knie!

10.1.12: Heimrösterei

Wir sind unter die Heimröster gegangen:

7.1.12

Ein Nachmittag im Atelier. Einen Pulli fertig zusammengenäht. Mir über das nächste Projekt Gedanken gemacht.

Am Abend: Zwei Folgen Doctor Who. Wer hat Anrecht auf die gemeinsamen Erinnerungen, wenn man von mir eine exakte Kopie anfertigen würde, exakt bis in alle Erinnerungen und Gefühle? Zwei Menschen, die dieselben Gefühle mit meinem Leben verbinden und sich beide z.B. nach meinem Zuhause und meiner Familie sehnen?

1.1.12

Getan: Schlitteln im Sulzschnee in Braunwald. Frühlingshaft warm.
Der Schnee im Hinterland hat eine interessante Struktur, Spuren vom Dreinregnen.

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Zum Znacht gibt es Ente, gefülltit Spinat, Rosinen und Pinienkernen, an Honigsauce.

12.12.11