Unter Männern

Iron Sky ist ein unbestreitbar lustiger Film. Ich mag finnischen Humor, ich mag Science Fiction, ich mag Satire. Ich kam also voll auf meine Kosten.

Interessanter Nebeneffekt: Es war ein Ausflug in eine andere Welt. Im ganzen Kinosaal sassen – mich mitgezählt – lediglich vier Frauen. Und ganz viele Männer in den frühen 20ern. Die Popcorn-Säcke im Saal waren mehrheitlich XXL-Ausführungen, es roch nach Axe, und die Trailer waren ganz auf die anwesende Zielgruppe ausgerichtet. Ich habe wohl noch nie so viel Zerstörung, Blut und Gewalt in nur 10 Minuten gesehen.

httpv://youtu.be/Py_IndUbcxc

Choice overload – Nachhaltigkeit als Lebenshilfe

Wir leben in einer Zeit mit zu viel Auswahl. Jeden Tag müssen wir unzählige Entscheidungen treffen.  Es sind nicht mehr Eltern, das Dorf, die Religionsgemeinschaft, die Tradition etc., die einem viele Entscheidungen abnehmen, wir müssen es selber tun. Und damit nicht genug: Wir müssen uns auch bei jeder Entscheidung zwischen immer mehr Optionen entscheiden. Wir können alles haben, überall, jederzeit.

Dies führt bei vielen Menschen zu Überforderung. „Choice overload“, ist das Stichwort. Choice overload erschöpft, lähmt, macht unglücklich. Man kann dem begegnen, in dem man sich bewusst zu machen versucht, was für ein Entscheidungstyp man selber ist und gegebenenfalls seine Heuristiken (d.h. Entscheidungsregeln) bewusst anpasst. Ein paar interessante Anregungen dazu gab letztes Wochenende die Radio-Sendung Input auf DRS3, nachzuhören hier.

Eine wichtige Erkenntins aus der Neuropsychologie habe ich mir herausgepickt: Die Entscheidung fällt leichter, wenn man sich nur zwischen zwei Optionen entscheiden kann. Also kann man anhand einer persönlichen Kriterienliste vorgehen, und die Optionen sortieren nach „Kriterium erfüllt – Kriterium nicht erfüllt“. Kriterium für Kriterium reduzieren sich so die Optionen, über die man überhaupt noch nachdenken muss. Natürlich ist dabei matchentscheidend, Kriterien zu definieren, die nicht für jede Entscheidung neu gefunden werden müssen, sonst ist man gleich weit wie vorher!

Unsere grosse Wahlfreiheit ist die Folge einer grossen Ungerechtigkeit. Nicht alle Menschen haben überhaupt eine Wahl. Noch nie und nirgends sonst haben die Menschen so viel Auswahl wie wir heute, Anfang des 21. Jahrhunderts, wie wir  hier, in den reichen Ländern dieser Welt. Ein erstes Kriterium für eine neue Heuristik könnte also sein: Ist meine Entscheidung, meine Wahl nachhaltig, sowohl sozial wie ökologisch?

In diesem Sinne könnte man nachhaltige Handlungsempfehlungen als Lebenshilfe verstehen, als eine griffige Erst-Heuristik im Zuviel der Wahlmöglichkeiten.

2.1.12

„Krabat“ im Schauspielhaus Basel, alle 5, mit S.C.: Theater, wie es sein muss! Spielfreude, Abstraktion, grosse Gefühle – Angst, Beklemmung, Aufbegehren, Mut, Liebe – ein bisschen Variété mit Tanzen und Zahmem Raben und Rabenkostümen mit rollbaren Augen und ausklappbaren Federn.