Zu Beginn des Präsidialjahrs

Seit letztem Donnerstag bin ich Präsidentin des Parlaments der Gemeinde Glarus Nord. Das ist das erste Mal, seit ich poltitisch aktiv bin, dass ich ein Amt, das mit einer gewissen „Ehre“ verbunden ist, inne habe. Ich habe Jahre, ja: Jahrzehnte lang eher „backstage“ gearbeitet, mit 16 als AG-Mitglied beim „Demokratischen Nidwalden“, später dann als Angestellte der SP Schweiz, danach in der Geschäftleitung der SP des Kantons Glarus und als ehrenamtliche Parteisekretärin. Darum freue ich mich jetzt, und geniesse es auch, eine gewisse Anerkennung zu ernten und einen gewissen Einfluss zu haben. Und ich freue mich, dies in der ersten Legislaturperiode einer nigelnagelneuen Gemeinde tun zu können. In meiner Antrittsrede habe ich dies so formuliert:

„Es ist für mich eine grosse Freude, bei diesem spannenden Prozess der ersten Jahre unserer neuen Gemeinde gestaltend dabei sein zu können. Es sind nicht viele Kommunalpolitiker, die die Gelegenheit bekommen, sich selber neu zu erfinden. Wir alle hier im Raum haben in diesem Sinne die Chance, an etwas Aussergewöhnlichem mitmachen zu können. Das ist manchmal mühsam, manchmal konfliktbeladen, manchmal trocken, meistens aber einfach nur sehr spannend.

Wir stehen nun bereits in der Mitte der ersten Legislaturperiodie. Vieles haben wir geschafft in den letzten zwei Jahren. Es pendelt sich langsam so etwas wie ein politischer Alltag ein, denn Parlament und Gemeinderat haben sich, nicht ohne die gelegentlichen Reibungsverluste verschweigen zu wollen, in ihre jeweiligen Rollen schon recht gut eingelebt. Uns alle verbindet ja der Wille, eine gute Gemeinde Glarus Nord zu gestalten. Dass dieses „Gute“ nicht aus jeder Perspektive genau gleich aussieht, liegt oft klar zu Tage – aber genau dafür haben wir ja unsere demokratischen Instrumente: Damit wir aushandeln, wie dieses „Gute“ denn nun konkret ausgestaltet werden soll.

Vieles wird aber auch im nächsten Parlamentsjahr noch neu sein. So ist der erste Bericht der GPK und, damit zeitlich verbunden, der erste Jahresbericht des Gemeinderates, noch ausstehend. Auch haben die gemeindeeigenen öffentlich-rechtlichen Anstalten noch keine Reglemente und keine Eignerstrategien. Die Raumplanungskonzepte für unsere Gemeinde sind noch weit davon entfernt, unter Dach und Fach zu sein.  Obwohl also noch nicht alles aufgegleist ist für das Funktionieren unserer Gemeinde, steht uns mit der Anpassung der Gemeindeordnung sogar schon die erste Korrekturrunde ins Haus. Ich bin zuversichtlich, dass wir alle, Parlament wie Gemeinderat, diese Geschäfte mit der nötigen Sorgfalt angehen und im sachlichen Dialog die für die Gemeinde beste Lösung anzustreben gewillt sind.“

Ganz gerührt war ich am anschliessenden Apéro. Reich beschenkt von meiner Fraktion (mit einem Drechselwerkzeug! Und einem bedeutungsvollen Stück Holz!), köstlich bewirtet von Herrn Weber und Crew vom Volg Näfels – und, zu meiner riesigen und ganz speziellen Freude, getränkt mit „la bleue“, tagesfrischer Direktimport aus dem Val de Travers, persönlich ausgeschenkt vom Gemeindepräsidenten und dem Gemeindeschreiber von Val-de-Travers höchtpersönlich!

Dass dann am Freitag Abend gleich noch meine Première als Gemeindeversammlungs-Votantin folgte, machte die letzte Woche zu einer politischen Premièrenwoche für mich – und ich gebe zu: Ich habe es genossen…

2012 Juni 23 SO GL S 2

Berichterstattung im Fridolin

 

2 Gedanken zu „Zu Beginn des Präsidialjahrs

  1. Liebe Katia,
    erst jetzt lese ich deinen Post – ich gratuliere dir zu diesem Amt! Als denkende und kreative Frau wirst du viel Gutes beitragen und bewegen können; ich wünsche dir viel Erfolg dabei…
    Ich finde es richtig gut, was du machst – meinen Respekt!
    Herzliche Grüsse,
    Katarina

  2. liebe katia,
    herzlichen glückwunsch!
    ich freue mich, zu hören, dass es dir freude macht, politisch aktiv zu sein. ich denke, du darfst, ja du sollst das – nicht nur an so einem tag – richtig geniessen!
    wie wichtig es für einen sein kann, nicht nur teilzuhaben sondern auch mitzugestalten an den geschicken der gemeinde, des landes, des staates ist mir eigentlich erst so recht klar geworden, seit wir als ausgewanderte/ausländer dies kaum mehr tun können…
    liebe grüsse, stefanie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.