Kaffeetropfen

Durch den stosszeitvollen Bus arbeiten sich fünf VBZ-Angestellte. Sämtliche Fahrgäste haben ein gültiges Billet, niemand muss die fünf nach draussen begleiten. Handtaschen schliessen sich, Kopfhörer werden wieder eingesteckt, die Türen piepsen, der Bus fährt weiter.

Der Mann neben mir versucht, einen vollen Kaffeebecher, eine Aktentasche und ein Trottinet unter Kontrolle zu halten. Ich wechsle meine Tasche auf die ihm abgewandte Seite.

Ein Abteil hinter mir wechselt ein Lockenstab die Besitzerin. Ein Schwall von Anweisungen in einer mir unbekannten Sprache begleiten ihn. Die beiden Frauen sitzen nebeneinander. Ihre Haare sind glattfrisiert und unterscheiden sich nur in der Farbe.

Der Buschauffeur hält nicht viel von sanften Kurven. Der Mann neben mir hat seinen Kaffee zur Hälfte getrunken.

Drei Abteile weiter schläft ein Berufsschüler im Stehen. Sein Rucksack ist ein Stück offen, die Ecke eines Ordners drängt ins Freie. Die Lockenstabbesitzerin nimmt den Schüler wahr und überprüft sämtliche Reissverschlüsse  ihrer Tasche.

Der Mann stellt den geleerten  Kaffeebecher unter seinen Sitz. Er fällt um, der letzte Tropfen Kaffee spritzt auf meinen Schuh.

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