Spielende Rebellinnen

Immer wieder vor Weihnachten wird viel zum Thema gegendertes Spielzeug geschrieben. Selber muss ich mich nicht mit rosafarbenem Plastik auseinandersetzen, ich habe keine Töchter und auch keine Gottenmeitli. Als Feministin und als Bubenmutter finde ich das Thema aber dennoch wichtig. Nur denke ich, dass viele KommentatorInnen einen wichtigen Aspekt übersehen.

Das Spielverhalten von Mädchen und Buben unterscheidet sich, so sehr man sich als Erziehende auch Mühe gibt, Gegensteuer zu geben oder nicht zu beeinflussen. Aber es ist nicht, wie viele meinen, in erster Linie das WOMIT, sondern das WIE, in dem sich das Spielen unterscheidet. Mädchen spielen häufiger kooperative Rollenspiele, in denen viel kommuniziert wird. Wenn in der Puppenecke ein Werkzeugkasten wäre, würde es mich nicht erstaunen, wenn die Mädchen gemeinsam Haus reparieren spielen würden – aber mit viel Reden, Reden, Reden.

Interessieren würde mich, wie gut sich die Mädchenlinie „rebelle“ der (damit keine Missverständnisse aufkommen: grundsätzlich absolut unsäglichen, egal in welcher Gendervariante!) Nerf-Spielsachen verkauft. Ich vermute, Nerf hat damit vieles richtig gemacht: Die Dinger heissen „rebelle“, und verschiessen nicht nur Schaumstoffpfeile, sondern auch Botschaften. „justice for all“, „you rock“, „love&peace“ steht auf den Pfeilen. Frau kann damit also nicht nur kämpfen – für Gerechigkeit und Frieden, suggerieren die Spielsachen -, sondern auch kommunizieren.

Das ist Nerf Rebelle:

Der interessanteste Beitrag zum Thema in diesem Jahr stand übrigens in der NZZ. Lesenswert!

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