Enttäuscht vom Meer

Ich bin  ein grosser „Mare“-Fan. Ich mag die Zeitschrift, ich mag die iPhone-App (ich weiss jetzt immer, wie weit es in jeder Richtung zum nächsten Meer ist! Das ist wichtig, so was.), ich mag die Bücher. Der „Atlas der abgelegenen Inseln“ liegt jederzeit griffbereit neben dem Bett, „Die Wette“ habe ich zwar nicht gelesen, aber in einem Zug durchgehört. Und nun das – ausgerechnet mit dem Roman des ersten Zürchers „writer in resicence“ (die Zürcher haben’s lieber englisch als deutsch…)  Olli Jalonen, „14 Knoten bis Greenwich„, werde ich überhaupt nicht warm. Der Roman ist hoch gelobt, von der finnischen und der deutschsprachigen Presse, er ist nominiert für den Finlandia-Preis. Es sei eine Geschichte um zwei Brüder, um Freundschaft, Liebe, Fernweh, und ein Zeitporträt. Ich empfand bloss Langeweile beim Lesen – in MEINEM Expemplar dieses Romans war offenbar eine andere Geschichte drin. Eine Geschichte von ein paar Männern und einer Frau um die Dreissig, die auf einer absurden, sehr unerwachsenen Reise ihr Leben fast oder ganz verlieren, ohne Sinn, und ohne sich viel zu überlegen.
Das ist das erste Mal seit vielen Jahren, dass ich ein Buch nicht fertiggelesen auf die Seite lege. Ich hätte nicht gedacht, dass mir das bei einem Mare-Buch passiert (ich fühle mich ein bisschen hintergangen von meinem Lieblingsverlag, jawohl).

Heute abend widme ich mich dann dem „Master von Ballantrae„. Da geht es auch um zwei Brüder, der Roman ist auch bei mare erschienen, aber er ist von Robert Louis Stevenson. Da kann nichts schiefgehen…

No Comments.

Leave a Reply

(required)

(required)