Die Linth bekommt ein bisschen Raum zurück

Heute vormittag war ich, offiziell und auf schönem Papier eingeladen in meiner Eigenschaft als Vizepräsidentin des Parlaments Glarus Nord,  mit meinem jüngsten Sohn an der Einweihung des sanierten und renaturierten Escherkanals. Seit dem Spatenstich habe ich immer wieder gespannt die Entwicklung beobachtet – und es wird noch eine Weile weitergehen mit den Veränderungen, die Natur wird die Gegend weiter verändern, nachdem die Bagger nun weg sind. Erstaunlich war es zu sehen, wie viel sich in nur einem Jahr schon getan hat. Die Tümpelchen sind grösstenteils schon voller Leben. Chli Gäsitschachen ist ein wichtiger Lebensraum für Gelbbauchunken – und wird dies nun auch bleiben. Diese hier war heute morgen mit von der Partie bei der Amphibien-Führung:

Die Eröffnungsfeier wurde vorwiegend von Schulkindern gestaltet. Sie hielten die gut einstudierte Festrede (die nicht auf ihrem eigenen Mist gewachsen war, offensichtlich; ich persönlich mag es nicht, wenn Kinder Verzierung sein müssen und kindlich anmutende Texte, die von ihren Lehrern geschrieben wurden, auswendig gelernt vortragen). Die Ansprachen der Regierungsräte waren erfreulich kurz, die musikalische Umrahmung Geschmacksache, aber unerwartet originell. Agnes Hunger und Jimmy Gmür: http://agnes-hunger.ch/joomla/index.php?option=com_content&task=view&id=27&Itemid=76.

Beeindruckt hat mich eine ganz kleine Seitengeschichte: In den Gelbbauchunkentümpeln wächst eine seltene Pflanze, Froschzunge. Sie war seit 200 Jahren, also seit der Linthkorrektion, nicht mehr heimisch im Glarnerland. Im Rahmen der Renaturierung wurde an dem Standort Humus abgetragen – und aus dem alten Humus, der nun zu Tage trat, keimten neue Froschzungen. Aus 200jährigen Samen!

 

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