So hand ouch unser Landtlüt und unser Vordern vestenklich und jemer ewenklich uff genommen für sich und all ira Nachkomen ein Krützgang von allen Kilchen in unserem Land und von jecklichem Hus der erberest Mensch, sunder ein Man ob er im Hus ist, uff den obgenampten Donstag järlich mit Andacht gan Näffels zuo gan durch die Weg und Steg, da denn unser Vordem uff disen Tag grose Not und Arbeyt erlitten hand

So. Jetzt sind die Fähnen wieder einmal verlüftet worden. Und zum 642 Mal die Namen aller bei der Schlacht bei Näfels gefallenen Glarner, Schwyzer und Urner verlesen worden. Wenn Ruedi unterm Biräbaum gewusst hätte, dass wir uns noch heute, 643 Jahre nach seinem Tod, jedes Jahr über seinen schönen Namen freuen!

Ich habe selten die Gelegenheit, an der „Näfelser Fahrt“ teilzunehmen. In Zürich ist der Tag eben kein Feiertag. Auch sind Schlachtfeiern zwar überhaupt nicht mein Ding, in diesem Fall aber gibt es ein paar faszinierende Zutaten: Die Tatsache, dass ohne Unterbruch jedes Jahr seit der Schlacht in irgend einer Form der Toten gedenkt wird. Das Verlesen des „Fahrtsbriefes“ in schönem Frühneuhochdeutsch (Mitte 15. Jh.). Die Tatsache, dass die Prozession durch private Grundstücke führt. Und natürlich, dass am Nachmittag Markt ist, mit der schönsten Reitschule der Schweiz, der „Helleri„, deren Geschichte bis 1868 zurückreicht!

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