Gelesen 2014

  • Januar: Kjell Westö: Geh nicht einsam in die Nacht. // Verschiedene Menschen werden von ihrer Zeit verschieden geprägt – und doch gibt es  Verbindendes.
  • Februar: Rudy Rucker: Hohlwelt. // Mark Twain goes Steampunk. Und Eddie Poe ist der versoffene Sidekick, hält sich aber für die Hauptfigur. Das Buch ist leider nur noch antiquarisch erhältlich.
  • Februar: Neal Stephenson: Snow Crash. (gehört) // Einer der ersten Cyberpunk-Romane (1992). Wenn Chomsky Recht hat, kann man Menschen mit generativen Sprachschnipseln programmieren – und die Gehirne von Hackern mit Bildern von verbitmapten syrischen Bedeutungsschnipseln lahmlegen. Verschroben, verstiegen, trotzdem faszinierend. Interessant: Die Menschen loggen sich per Brille ins Netz ein.
  • März: Jennifer Egan: Der grössere Teil der Welt. / in New York sind die Menschen offenbar ziemlich selbstzerfleischend drauf. Und wursteln sich irgendwie durch.
  • März: Matt Ruff: Ich und die Andern. // Kann man Multiple Persönlichkeit beschreiben? Muss man sich das so vorstellen? Interessant: das Buch legt nahe, dass man durchaus gut damit leben kann.
  • März: Frank Schätzing: Breaking News. // Hat leider sämtlichen recherchierten Stoff im Buch verarbeitet, nicht wie beim „Schwarm“ ein Extra-Buch gemacht aus dem nicht verwendeten Recherchematerial. Hoffnungslos überladen.
  • April: Daniel Gilbert: Ins Glück stolpern. // Nicht so blöd, wie es sich anhört…
  • Mai: Jean-Luc Bannalec: Bretonische Verhältnisse. // Dermassen verkrampft viel Lokalkolorit, der Autor ist ganz sicher KEIN Bretone. Daneben: Ein plumper whodunit-Plot mit viel Gerede. So Derrick-mässig.
  • Juni: Jojo Moyes: Ein ganzes halbes Jahr. // Ist zwar so ein „Mädchenbuch“-Entwicklungsroman-Liebesgeschichte, aber verknüpft mit dem schweren Thema geplanter Selbstmord. Und es drängt einem keine Meinung auf, regt aber dazu an, sich eine zu bilden.
  • Juni/Juli: Jack Kerouac: Gammler, Zen und hohe Berge. // Saufende Buddhisten in den kalifornischen Bergen – Sinnsuche mit den verschiedensten Strategien, aber tiefe Naturerlebnisse sind die tiefreichendsten.
  • Juli: Craig Lancaster: 600 Stunden aus Edwards Leben. // Gabs fast umsonst als Hörbuch-Download. Eine rührende Geschichte über einen Asperger-Autisten, der lebensfähig wird. Hm. Ist das ein Happy End? Wenn der Autist gesellschaftsfähig wird? „Normaler“ wird?
  • August: Jean-Pierre Abraham: Der Leuchtturm. // Das Leben eines Leuchtturmwärters auf dem ausgesetztesten Leuchtturm der Bretagne macht einzigartig seltsame Dinge mit der Seele und dem Geist eines Menschen. Ich bin dankbar, muss ich das nicht selber ausprobieren, aber ich bin froh, gibt es dieses Buch.
  • August: Tomas Espedal: Gehen oder die Kunst, ein wildes und poetisches Leben zu führen. // Ich bin nicht die Zielgruppe. ich bin weder ein Mann noch habe ich eine Midlifecrisis. Oder nur ein ganz kleine. Nicht fertig gelesen.
  • August: Pelle Sandstrak: Herr Tourette auf Tour. // Begegnungen am Abgrund. Von einem, der die Augen offen hat.
  • September: Ludvig Hohlberg: Nils Klims Reise in die Unterwelt. ( Erstveröffentlicht 1741) // Erst Utopie, dann Dystopie, dann wird die Herrschaft der Menschen über Tiere und Pflanzen wiederhergestellt, dann wird der Held hochmütig und dann fällt er. Buch fertig, Leserin enttäuscht
  • Oktober: Markus Orths: Alpha & Omega. Apokalypse für Anfänger. // Sehr, sehr amüsanter SF-Familiensaga-Weissnichtwas-Trip. Das Tüpfelchen auf dem i: Im Buch findet eine EcHtE Performance statt. ein echter Perfomancekünstler tritt als Romanfigur auf.
  • Oktober: Katherine Dunn: Die Binewskis: Verfall einer radioaktiven Familie. // Eklig, vulgär, absurd, spannend. Designmenschen sind keine wünschenswerte Otion, auch in vermeintlich guter Absicht nicht.
  • Oktober: Thomas Meyer: Rechnung über meine Dukaten. // Eine hübsche Geschichte, mit einem Happy End, das beiläufiger nicht erzählt hätte werden können. Die „tümelnde“ Sprache wirkt störend, wie wenn der Autor nicht genug Vertrauen in die Kraft seiner Geschicht gehabt hätte.
  • November: Charles Lewinsky: Kastelau. // Faszinierend, wie aus vielen verschiedenen Bruchstücken ein Ganzes komponiert wird. Mit einem gemeinsamen Spannungsbogen. Eine spannende, verrückte, hintersinnige Geschichte.
  • November (gehört): Yrsa Sigurdardottir: Geisterfjord. // OK, hätte ich das auch mal gemacht – einen „Island-Krimi“ zur Kenntnis genommen. Einmal reicht. Viel Blut, ein paar Geister, viel Kälte.
  • Dezember (gehört): Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Chroniken. Das Känguru-Manifest // Ich bereue, dass ich diesen Texten nicht schon früher eine Chance gegeben habe. So wohltuend!

 

 

 

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